Europäische Frachtschiffflotte auf Expansionskurs
Magazin EuroMarkt






Die Geschichte der Reederei Erwin Strahlmann e.K. ist eng mit dem Leben eines Mannes verbunden, der mit unbeirrbarem Mut und Glauben an die Zukunft sein Unternehmen zum Erfolg geführt hat. Erwin Strahlmann gründete 1988 einen Betrieb, der sich mittlerweile zur größten Reederei im Bereich Küstenschifffahrt entwickelt hat und europaweit als zuverlässiger Partner für den Transport von Gütern aller Art auf dem Seewege gilt. Auch in Zukunft steht das Unternehmen seinen Kunden für Fahrten im gesamten EU-Bereich zur Verfügung. Erwin Strahlmann wäre jedoch nicht der Mann, der er ist, plante er nicht bereits die weitere Expansion auf dem europäischen Markt.
Für den gelernten Maschinenschlosser und Industriekaufmann Erwin Strahlmann ergab sich die Verbindung zur Schifffahrt durch die Arbeit in einer Reederei. Da diese jedoch nach acht Jahren Konkurs anmeldete, entschloss er sich 1987 mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen von Nordenham nach Hamburg zu ziehen und seine Kenntnisse bei einer dortigen Werft einzubringen. Von nun an gehörte die Finanzierung von Schiffsneubauten zu seinen Hauptaufgaben. Zwei Jahre später war es so weit; Gemeinsam mit einem befreundeten Kapitän kaufte Erwin Strahlmann das erste Schiff in Holland an und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Der Umzug nach Marne im Jahre 1991 war ein weiterer wichtiger Schritt für das junge Unternehmen: "Marne haben wir aufgrund seiner Nähe zu den dort befindlichen Schleusen zum Nord-Ostsee-Kanal gewählt", erläutert Firmengründer und Inhaber Erwin Strahlmann. "Zudem waren die Lebensumstände in Hamburg für uns als gewohnte Kleinstadtmenschen nicht erstrebenswert"
Am neuen Standort ging es steil bergauf für den Jungunternehmer und seine Reederei. Heute betreibt das Marner Unternehmen 59 Küstenmotorschiffe in der Größe zwischen 1.100 und 5.700 Tonnen Tragfähigkeit. "Der nächste Neubau und damit das sechzigste Schiff unserer Flotte wurde am 11. April 2005 in Constanza am schwarzen Meer mit dem Namen 'Marne'in Fahrt gesetzt", so Erwin Strahlmann. Alle Schiffe führen die Flagge von Antigua und Barbuda im Rahmen der durch die IMO (International Maritime Organisation) kontrollierten Bestimmungen. Wie Erwin Strahlmann betont, geht es der IMO um klare Wettbewerbsbedingungen und Qualitätsrichtlinien, die durch den ISM-Code (International Management Code for the Safe Operation of Ships and for Pollution Prevention) gewährleistet werden. Nicht zertifizierte Reedereien dürfen keine Schiffe im Bereich von IMO-angehörigen Häfen betreiben, und nicht zertifizierten Schiffen ist das Anlaufen dieser Häfen verboten.
Die Reederei Erwin Strahlmann setzt ihre Schiffe auf allen europäischen Seewegen bis hin zum Schwarzen Meer und dem Norden Afrikas ein. Befördert werden überwiegend Produkte für die Industrie wie Stahl und Materialien für die Stahlherstellung, Dünger, Chemikalien, Produkte für die Papier- und Zellstoffindustrie, Schnittholz für die Möbel- und Bauindustrie, Saatgut für die Landwirtschaft und alle Arten von Getreide. Auch Stückgüter und Industrieanlagen werden auf Schiffen der Strahlmann-Flotte transportiert. Seit einigen Jahren gehört auch der Transport von Windkraftanlagen nach Südeuropa zu den Aufgabenbereichen des ständig expandierenden Unternehmens. Im Jahr 2004 wurden von den 59 Schiffen der Reederei insgesamt fast 2.500 Reisen durchgeführt und 6,5 Millionen Tonnen Ladung transportiert.
Ein konsequentes Erneuerungsprogramm seiner Alttonnage gehört zur Investitionspolitik des zukunftsorientierten Unternehmens. Seit 2002 sind bereits sechs Neubauten mit einer Tragfähigkeit von 3.750 Tonnen von einer Werft in Komarno in der Slowakai gebaut und nach Fertigstellung über die Donau zum Schwarzen Meer gefahren worden; zehn weitere Schiffe desselben Typs sind fest bestellt und sollen bis Ende 2006 einsatzbereit sein. Ab Anfang 2007 wird ein neuer Schiffstyp mit einer Tragfähigkeit von 4.500 Tonnen mit zunächst sechs Schiffen pro Jahr in 2007 und 2008 geliefert. Fast sämtliche technische Einbauten dieser Schiffe stammen aus Deutschland, was einem Gegenwert von circa EUR 3,5 Millionen entspricht. Die Verbindung deutscher Spitzentechnologie und kostengünstiger Werftarbeit im Ausland sichert optimale Qualität bei größtmöglicher Kosteneffizienz.
Die internationale Orientierung der Reederei Erwin Strahlmann zeigt sich auch im Organisationsund Verwaltungsbereich. In Stettin, Polen, unterhält das Unternehmen eine Crewing-Abteilung mit zehn Mitarbeitern, die für die Koordination der insgesamt 650 Seeleute und 40 Auszubildenden verantwortlich sind. Zusätzlich stehen gut 70 Monteure und Elektriker für die Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten in der eigenen Maschinenbauabteilung zur Verfügung. Am Standort Brunsbüttel werden sämtliche Gebrauchsgüter gelagert: Sechs eigene Lastzüge ermöglichen den Transport zu sämtlichen Anlegestellen in ganz Europa. Insgesamt beschäftigt die Reederei etwa 800 Mitarbeiter, davon allein 88 Kapitäne.
Auch in Zukunft strebt Firmengründer Erwin Strahlmann - von Ehefrau Ute im Bereich Finanzwesen und Administration sowie von seinem Bruder Holger und dessen Frau Sabine tatkräftig unterstützt - die Einhaltung höchster Qualitäts- und Sicherheitsstandards in Verbindung mit kontinuierlichem Wachstum an. Die in internationalen Häfen ansässigen Agenturen können also weiterhin auf die Reederei Erwin Strahlmann, ihre bewährte Kompetenz und ihre weit reichenden Serviceleistungen rechnen.
DAS UNTERNEHMEN IN KÜRZE
Gründung:
1989 durch Erwin Strahlmann, gelernter Maschinenschlosser und Industriekaufmann
Stützpunkte:
Verwaltungssitz in Marne, Lager und Administration in Brunsbüttel, Maschinen-reparaturabteilung und Crewing-Abteilung in Stettin, Polen
Kerngeschäft:
Transport von Gütern aller Art auf europäischen Seewegen, von der Stahlindustrie bis zur Automobilindustrie
Geschäftsvolumen:
2.458 Transportreisen auf 59 Frachtschiffen in 2004
Umsatz:
EUR 100 Millionen (2004)
Mitarbeiter:
etwa 800, davon 88 Kapitäne
Zertifizierung:
nach ISM, vergleichbar mit DIN ISO 9001
